...ein langer Weg!
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Das Jugendgästehaus Dachau - ein Beispiel für die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Bundesrepublik Deutschland
Als das Haus am 4. Mai 1998 vom bayerischen Kultusminister eröffnet wird, ist dies das Ergebnis hartnäckigen bürgerschaftlichen Engagements, jahrelanger Auseinandersetzungen, zäher Verhandlungen auf kommunalpolitischer Ebene und massiver Unterstützung des Projekts durch namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Deutschland und dem Ausland.
Die Idee, ein Haus für die Bildung und Begegnung Jugendlicher in Dachau, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der KZ-Gedenkstätte Dachau. Diese wird seit Anfang der 80er von 700 000 bis 900 000 Menschen jährlich
besucht. Etwa die Hälfte davon sind Jugendliche. Übernachtungsmöglichkeiten für
diejenigen, die länger bleiben wollen, um sich eingehender mit der Geschichte des
Konzentrationslagers und den daraus zu ziehenden Folgerungen zu beschäftigen,
gibt es kaum. So bildet sich 1981 eine Initiativgruppe Internationale
Jugendbegegnungsstätte Dachau, die den Gedanken einer Einrichtung der
Jugendbildung und Völkerverständigung vorantreibt. Beispielgebend ist dabei die
Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz im polnischen Oswiecim, deren
Grundstein nach langen Vorarbeiten der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im
gleichen Jahr gelegt wurde. Das Konzentrationslager Dachau repräsentiert als eines
der ersten Konzentrationslager und als Schule der Gewalt den Ausgangspunkt des
nationalsozialistischen Terrors, der sich in den Jahren 1933 bis 1945 über ganz
Europa ausweitete und u.a. im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau kulminierte.
Insofern lag es nahe, an diesen beiden Orten Internationale Jugendbegegnungsstätten
zu errichten.